Darstellung der Zeit

Die Zeit darzustellen bedeutet mehr als nur etwas Vorhandenes abzubilden.
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Die physikalisch-technische Realisierung der gesetzlichen Zeit ist weder nur ein Sichtbarmachen des Naturgegebenen, noch ist sie autarke Produktion. Sie ist vielmehr ein Paradebeispiel dafür, was Bruno Latour in seiner Pragmatologie der Wissenschaften »folding humans and non-humans into each other« nennt.
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Dem entspricht die Formulierung des Gesetzestextes, in dem von der »Darstellung der gesetzlichen Zeit« die Rede ist. Darstellung und Generation fallen hier zusammen, denn bei dieser Darstellung handelt es sich um einen Vorgang, der die ganze Komplexität von Re-präsentation involviert: Es geht um nicht weniger als die Verwaltung der Gegenwart und der daraus ableitbaren Zeitbezüge. Wir möchten den organisatorischen (d.h. nicht zuletzt auch poietischen) Charakter dieser Darstellung hervorheben und darauf hinweisen, dass bisher versäumt worden ist, die Realisierung der gesetzlichen und mithin öffentlichen Zeit zum Gegenstand einer ebenso öffentlichen Debatte zu machen. Eine solche Debatte müsste davon ausgehen, dass Zeitmessung kein leerer und neutraler, die Welt lediglich begleitender Prozess, sondern ein zentrales Element gesellschaftlicher Selbststeuerung ist – ein Vorgang, zu dem nicht nur die derzeit allein verantwortliche Messtechnik etwas beizutragen hat.

Unser Ziel ist es, zwei Entwicklungen, die sich bisher verfehlt haben,
aufeinander zu beziehen: Die geltende Zeitgesetzgebung ist in den 1960er und 70er Jahren entstanden. Erst in den 80er Jahren setzte jedoch jener Prozess ein, im Zuge dessen Zeit für immer mehr wissenschaftliche Disziplinen, künstlerische und medienbezogene Kontexte zum Schlüsselthema wurde. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Alternativen zur gegenwärtigen Darstellung öffentlicher Zeit heute denkbar sind.
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